Sparsam und erfolgreich: So gehen Unternehmen voran

Wenn es darum geht, den Energieverbrauch zu senken, ist auch die Wirtschaft gefragt. Viele Unternehmen gehen mit gutem Beispiel voran, indem sie auf betrieblichen Umweltschutz setzen. Wir stellen große und kleine Unternehmen aus Industrie und Handel mit energetischem Vorbildcharakter vor.

Photovoltaikanlagen auf einem Dach
Der Verantwortung bewusst: Die Sika GmbH setzt auf eigene, erneuerbare Energie.
Ansicht von oben des Firmengeländes
Eigenes Energiespar- und Mobilitätskonzept: Die ebm-papst Mulfingen.

Sika Deutschland GmbH

Das Chemieunternehmen beschäftigt mehr als 1.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Am Stuttgarter Firmensitz erneuerte Sika die Heiz- und Energiezentralen, installierte eine Adsorptions-Kälteanlage und mehrere Photovoltaikanlagen. Ein eigener Solarpark in Stuttgart mit einer Fläche von 2.100 m² – so groß wie acht Tennisplätze – hat seit seiner Eröffnung im Jahr mehr als 420.000 kWh (Kilowattstunden) Strom erzeugt, das entspricht dem Jahresverbrauch von über 100 Dreipersonenhaushalten und einer CO₂-Einsparung von gut 150 t. Mit jährlich gut 300 Besuchern aus dem In- und Ausland erfreut sich dieses Photovoltaik-Kraftwerk seit Jahren großer Beliebtheit. 

ebm-papst Mulfingen GmbH & Co. KG

Die ebm-papst GmbH & Co. KG in Mulfingen gilt als einer der weltweit führenden Hersteller in der Entwicklung von Ventilatoren und Motoren: Anlagen, die früher viel Energie verbrauchten. Nicht nur die eigenen Produkte werden bei ebm-papst optimiert. Am Produktionsstandort suchen die Auszubildenden als Energiescouts regelmäßig nach Energieverlusten und Wegen, diese abzustellen. Mit der tatkräftigen Hilfe von den Energiescouts aller deutschen Standorte konnten bei ebm-papst mittlerweile über 1 Mio. € Energiekosten eingespart werden. Außerdem hat das Unternehmen ein eigenes Mobilitätskonzept für die Mitarbeiter aufgesetzt: So gibt es bereits seit 1963 einen eigenen Werksbus-Shuttle – auf diese Weise wird unnötiger Individualverkehr unterbunden.  Beschäftigte können desweitern zu günstigen Konditionen E-Bikes und Pedelecs leasen und es gibt einen jährlich wachsenden Car-Pool mit Elektrofahrzeugen. 

Elektroauto von Endress + Hauser, im Hintergrund zwei Mitarbeiter die den Daumen nach oben strecken
Die e-Flotte von Endress+Hauser Conducta wird mit Reststrom aufgeladen.
Einsicht in die Produktion der Teigwarenmaschine mit zwei Mitarbeitern
Bei Alb-Gold ist alles hausgemacht. Auch die Energie für den Produktionsprozess.

Endress + Hauser Conducta GmbH Gerlingen

Die Endress + Hauser Conducta GmbH Gerlingen stellt Geräte zur Analyse von Flüssigkeiten her, z. B. für die chemische und pharmazeutische Industrie. Das Unternehmen ist damit einer der weltweit führenden Anbieter für Messtechnik und Automation. Die Zentrale in Gerlingen wurde energetisch optimiert und der Stromverbrauch dadurch deutlich reduziert. Den 370 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern am Standort Gerlingen stehen außerdem E-Bikes und zwei Elektroautos zur Verfügung, die über den Reststrom des betriebseigenen, gasgefeuerten Blockheizkraftwerks aufgeladen werden. Und bei der Produktion anfallende Abfälle werden aufbereitet, sodass sie leichter wiederzuverwenden oder abzutransportieren sind. 

Alb-Gold Teigwaren GmbH

Die Alb-Gold Teigwaren GmbH in Trochtelfingen produziert Pasta, Spätzle und Maultaschen – bis zu 60.000 kg am Tag. Dazu sind viel Strom und Wärmeenergie erforderlich. Nach einer Analyse der eigenen Fertigungsprozesse entschied sich das Unternehmen, in ein eigenes Heizwerk zu investieren. Das wird mit Holzresten aus der Landschaftspflege betrieben (so genannte Hackschnitzel). Mit dem eigenen Heizwerk steigerte Alb-Gold die Energie-Effizienz und reduzierte den eigenen Heizölverbrauch um 85 %. Ebenso speisen zwei Photovoltaikanlagen rund 200.000 kWh Strom ins Netz ein. Weitere 50.000 kWh werden für die Eigennutzung erzeugt.

Mitarbeiter arbeitet an einer Maschine
Die Abwärme aus Produktionsprozessen lässt sich nutzen, z. B. zur Rückkühlung. // Copyright: Bosch
Innenansicht eines Optikers
Mehr Licht, weniger Energieverbrauch – Das Beleuchtungskonzept von Optik Haug.

Robert Bosch GmbH Reutlingen

Im Jahr 2012 wurde der Umweltpreis zum ersten Mal auch in der Kategorie „Energieeffizienz“ verliehen. Dieser zeichnet Unternehmen unter anderem für effiziente Energienutzung und den Einsatz regenerativer Energie aus. Preisträger wurde im ersten Jahr die Robert Bosch GmbH, die an ihrem Standort in Reutlingen Blockheizkraftwerke und Photovoltaik nutzt. Abwärme aus der Produktion wird genutzt, um Energie für Rückkühlung und Beheizung einzusparen. Diese Maßnahmen senken den Treibhausgasausstoß um jährlich 10.000 t. 

Optik Haug

Nicht nur in Produktionsanlagen kann Energie gespart werden, sondern auch im Einzelhandel: Der Esslinger Optiker Haug verbesserte beispielsweise sein Beleuchtungskonzept. Durch ein komplett neu gestaltetes Konzept konnte der Laden fünf von sechs Leuchtmittel einsparen – bei gleichbleibender oder sogar besserer Lichtausbeute. Dadurch werden rund 70 % Energie gespart. Für diese Initiative wurde Optik Haug im Rahmen der Esslinger Kampagne „Klimaschutz. Sind Sie dabei?“ ausgezeichnet.

VAUDE GmbH & Co. KG

Im Jahr 2018 gewann das Unternehmen VAUDE, das hauptsächlich Sportausrüstung herstellt, den Umweltpreis 2018 des Landes Baden-Württemberg in der Kategorie Industrieunternehmen mit über 250 Mitarbeitern. Dafür gibt es laut Jury gleich mehrere Gründe: Zum einen ist der Standort in Obereisenbach vollständig klimaneutral. Das Unternehmen bezieht bereits seit 2010 Strom und seit 2014 Wärme aus 100 % erneuerbaren Energien. Bei den Eigenprodukten der Labels „bluesign“ und „greenshape“ werden umweltbelastende Substanzen von Anfang an aus dem Fertigungsprozess ausgeschlossen. VAUDE verpflichtet sich überdies freiwillig dazu, bis spätestens 2020 alle schädlichen Substanzen in seiner Lieferkette zu eliminieren. Die Produktion von Fahrradtaschen ist bereits seit 2017 PVC-frei. Und: Kunden müssen defekte Produkte nicht wegwerfen. VAUDE hat einen eigenen Reparaturservice eingerichtet, denn: Reparieren ist besser als neu kaufen.

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