Stadtwerk Tauberfranken: Energieversorger der Nachbarschaft

Die Energiewende ist im Land fest verankert. Beispiele dafür, wie sie aktiv gelebt werden kann, finden sich überall: in Privathaushalten, Gewerbebetrieben oder Kommunen. So auch bei der Stadtwerk Tauberfranken GmbH: Als lokaler Akteur entwickelt ihr Team die für die dezentrale Energieversorgung benötigte Infrastruktur und gestaltet die Energieversorgung ganz nach den Bedürfnissen der Menschen vor Ort.  

Dieses Projekt wurde vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg für seinen besonderen Beitrag zur Energiewende ausgezeichnet.

Minister Franz Untersteller überreicht die Ehrung „Hier wird die Energiewende gelebt“ an Geschäftsführer Paul Gehrig.
Minister Franz Untersteller überreicht die Ehrung „Hier wird die Energiewende gelebt“ an Geschäftsführer Paul Gehrig. Mit dabei v. l. n. r.: Dr. Norbert Schön (technischer Geschäftsführer Stadtwerk Tauberfranken), Udo Glatthaar (Oberbürgermeister Bad Mergentheim), Minister Franz Untersteller, Paul Gehrig (Kaufmännischer Geschäftsführer Stadtwerk Tauberfranken), Landrat Reinhard Frank.

Die ersten Schritte 

Eine große Herausforderung und eine noch größere Chance, die das Stadtwerk Tauberfranken bereits 2010 für sich erkannt hat. Damals steckten sich die Geschäftsführer Dr. -Ing. Norbert Schön und Paul Gehrig ein ehrgeiziges Ziel: Die vom Stadtwerk über das Stromnetz verteilte Energie soll bis 2020 mindestens zu 50 % erneuerbar erzeugt werden. Gesagt, getan: Gemeinsam mit der Tochtergesellschaft Naturwärme Bad Mergentheim verwirklichten sie ein Naturwärme-Heizkraftwerk, das die Kundinnen und Kunden des Stadtwerks mit Strom versorgt. 

 Geschäftsführer des Stadtwerks Tauberfranken: Paul Gehrig und Dr. -Ing. Norbert Schön (v. l.).
Geschäftsführer des Stadtwerks Tauberfranken: Paul Gehrig und Dr. -Ing. Norbert Schön (v. l.).
Das Naturwärme-Heizkraftwerk befindet sich in Bad Mergentheim.
Das Naturwärme-Heizkraftwerk befindet sich in Bad Mergentheim.

Jede Menge Wärme – gewonnen aus naturbelassenen Holzhackschnitzel 

Das Naturwärme-Heizkraftwerk produziert Fernwärme und verteilt diese auf einer Netzlänge von 12 km. Mit der Anlage werden jährlich 35 Mio. kWh (Kilowattstunden) Wärme sowie 7 Mio. kWh Strom als zusätzliches Begleitprodukt erzeugt. Zur Wärmegewinnung kommen Holz-Hackschnitzel zum Einsatz, die größtenteils aus der Umgebung stammen - vom Grünschnitt von Privathaushalten, Gartenbaubetrieben bis hin zu Restholz aus der Waldbewirtschaftung und Landschaftspflege. Jährlich werden rund 9.500 t Brennmaterial benötigt. Und pro Jahr werden im Ergebnis knapp 13.500 t des klimaschädlichen Gases CO₂ eingespart.    

MItarbeite der Stadtwerke Tauberfranken
Ein starkes Team für die Energiewende.
Die Energiezukunft wurde von Minister Untersteller und den Ehrungsteilnehmern ausführlich thematisiert.
Die Energiezukunft wurde von Minister Untersteller und den Ehrungsteilnehmern ausführlich thematisiert.
Die Gäste der Ehrung bekamen einen Einblick in das Heizkraftwerk – im Hintergrund ein Berg Holz-Hackschnitzel.
Die Gäste der Ehrung bekamen einen Einblick in das Heizkraftwerk – im Hintergrund ein Berg Holz-Hackschnitzel.

Energiewende? Ein gemeinschaftlicher Akt 

Neben der Fernwärme kommt bei der Energieversorgung auch Windenergie zum Einsatz: Im Windpark Külsheim wurden fünf Windkraftanlagen errichtet. Hier wirkten die Stadt Külsheim, das Stadtwerk Kühlsheim, das Stadtwerk Tauberfranken sowie die Thüga Erneuerbare Energien gemeinschaftlich zusammen. Die 200 m hohen Windräder erzeugen 30 Mio. kWh Strom im Jahr, was dem Strombedarf von rund 8.500 Haushalten entspricht. Jährlich können dank Windenergie satte 15.000 t CO₂ eingespart werden. 

Neue Technologien, neue Geschäftsfelder 

Neben den Erneuerbaren ist auch die E-Mobilität ein spannendes Zukunftsthema für das Stadtwerk. So bietet es an den Wochenenden E-Autos zum Ausleihen an. Perfekt für alle Kundinnen und Kunden, die ein E-Fahrzeug ausprobieren möchten. Die passende Infrastruktur steht auch bereit: 16 Ladesäulen sind im Versorgungsgebiet des Stadtwerks bereits aktiv, 12 neue Ladestationen sind geplant.

Energiewende nach lokalen Bedürfnissen gestalten 

Das Stadtwerk Tauberfranken zeigt mit seiner Offenheit für neue, nachhaltige Geschäftsfelder und mit seiner Entschlossenheit, die Bedürfnisse der Menschen vor Ort stets in den Mittelpunkt zu stellen, wie man die Energiewende erfolgreich verwirklicht. Und darüber hinaus, wie man sie zielgerichtet und sinnvoll im Sinne der Bürgerinnen und Bürger weitertreibt. Kommunale Energieversorger sind wesentliche Akteure, wenn es darum geht, die Klimaziele zu erreichen. Durch sie wird Vieles überhaupt erst möglich. 

Artikel teilen: tweet teilen