Synergie schafft Energie

Wenn sich Unternehmerinnen und Unternehmer zusammentun und ihre Stärken und Ressourcen sinnvoll miteinander verknüpfen, können sie Großes bewirken. So beweisen es die Brugger Magnetsysteme GmbH und der Schreinerei- und Innenausbaufachbetrieb Flaig in Hardt: Gemeinsam nutzen sie Synergien profitabel und bringen gleichzeitig die Energiewende im Land voran.

Dieses Projekt wurde vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg für seinen besonderen Beitrag zur Energiewende ausgezeichnet. Eine Übersicht aller geehrten Projekte finden Sie hier.

Unternehmensgebäude Flaig
Nachbarn – und Partner: Die Unternehmen Flaig …
Unternehmensgebäude Brugger
… und Brugger in der Schwarzwald-Gemeinde Hardt.

Nähe hält warm

Die Firmen Brugger und Flaig sind in Hardt in unmittelbarer Umgebung zueinander ansässig – und diese Nähe kommt den Betrieben zugute.
2014 überlegte Thomas Brugger, die über 20 Jahre alte Ölheizung durch eine moderne, umweltfreundlichere Pelletheizung zu ersetzen. Zur gleichen Zeit plante die Firma Flaig ein neues Fertigungswerk in direkter Nachbarschaft zum Magnethersteller. In dieser Planung vorgesehen war auch eine eigene Biomasseheizanlage, in der die anfallenden Holzreste energetisch verwertet werden.
Nahwärme war schon damals kein Fremdwort für Geschäftsführer Hubert Flaig, denn schon seit über 20 Jahren werden in seinem Firmenhauptsitz Büro- und Nebengebäude mit Nahwärme beheizt. Gut, dass die beiden Unternehmer sich gut kennen und im regelmäßigen Austausch stehen. Denn so kam schnell die Idee auf, diese Synergie zu nutzen und daraus wurde schon bald ein ausgereiftes Konzept: Gemeinsam mit den Mittelständlern aus der Nachbarschaft Elektro-Katz, Gebäudeautomation Fiehn und Heizungsbauer Schinle sollte ein effizientes Nahwärmesystem entwickelt werden, das die Abwärme von Kompressoren, einer Kälteanlage sowie den vorhandenen Pellet- und Ölheizungen bezieht.

Georg und Thomas Brugger
Georg und Thomas Brugger setzen sich schon seit Jahren für die Energiewende ein.
Hubert und Waltraud Flaig
Photovoltaik auf dem Dach und jetzt auch Nahwärme aus der Biomasseheizanlage, das schaffen Hubert und Waltraud Flaig.
Biomasseheizanlage
Die neue Biomasseheizanlage sieht nicht nur imposant aus, sondern leistet auch viel.

Nahwärme zahlt sich aus

Gesagt, getan. Die Unternehmer setzten ihren Plan in die Tat um. In der Biomasseheizungsanlage mit einer Leistung von 400 KW (Kilowatt) werden die Holzabfälle bei über 1.000 °C verbrannt. Die Übertragung der Heizenenergie erfolgt über ein Wärmerohr mit einer Länge von 132 m. Für einen reibungslosen Ablauf sorgt eine hochmoderne Steuerungs- und Regeltechnik.
Die Resultate überzeugen. Die Nahwärme deckt den jährlichen Wärmebedarf der Firma Brugger von 310 MWh (Megawattstunden) inzwischen fast vollständig. Lag der Heizöl-Verbrauch des Unternehmens 2011 noch bei 22.400 l, sank dieser bis 2019 auf rund 350 l.  Damit reduzierte das Familienunternehmen seinen CO₂-Ausstoß von über 60 t auf 1 t im Jahr.

Umweltminister Untersteller steht an Podium
Umweltminister Untersteller ehrt die Unternehmen – denn hier wird die Energiewende gelebt.

Hier hat Energiewende Tradition

Weder bei Brugger noch bei Flaig ist das Thema Energiewende ein neues. Brugger als Hersteller von Magnetsystemen verpflichtet sich in der eigenen Umwelterklärung dem aktiven Umweltschutz, dem geringen Energieverbrauch und der bewussten Ressourcenschonung. Bereits 1995 setzte der Betrieb einen Wärmetauscher zur Energierückgewinnung ein, ein Jahr vor der Jahrtausendwende wurde er nach DIN EN ISO 9001 zertifiziert. Seitdem setzte das Familienunternehmen zahlreiche Maßnahmen um und ist mittlerweile auch EMAS validiert. Von der Pelletheizung und der Photovoltaikanlage über die Beleuchtung mit LED inklusive Lichtsteuerung bis hin zur Umstellung des Fuhrparks auf Elektrofahrzeuge – die Bereiche, in denen das Team um CEO Thomas Brugger handelt, sind vielfältig. „Je mehr wir als Unternehmen und Menschen für eine Welt arbeiten, die nachfolgenden Generationen eine saubere, gesunde Heimat bietet, desto besser. Jeder Beitrag zählt“, so Thomas Brugger.
Auch in den zwei Firmensitzen von Flaig wird die Energiewende großgeschrieben. Schon seit zehn Jahren erzeugt eine Photovoltaikanlage auf dem Dach eines der Gebäude erneuerbaren Strom, der ins Stromnetz eingespeist wird. Eine weitere Anlage ist für das zweite Gebäude geplant, mit dem langfristigen Ziel, bis zu 50 % des benötigten Stroms selbst zu erzeugen. Abfallspäne aus dem Schreinereibetrieb dienen der Werkstatt, dem dazugehörigen Wohnhaus und einem weiteren Mehrfamilienhaus seit Jahren als Brennstoff.

Auf einer Wellenlänge zusammenarbeiten

Brugger und Flaig, das sind zwei, die sich verstehen. Bei beiden Unternehmen ist nachhaltiges, umweltverträgliches Handeln tief in der Firmenphilosophie verankert. Für ihr Engagement und das erfolgreiche Nahwärmeprojekt wurden die beiden Unternehmen mit der Ehrung „Hier wird die Energiewende gelebt“ ausgezeichnet.
Das gemeinsame Projekt zeigt, wie Unternehmerinnen und Unternehmer energetische Potenziale kreativ und sinnvoll nutzen können – und wie mit einer partnerschaftlichen, wertegetriebenen Kooperation bemerkenswerte Ergebnisse erzielt werden können.

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