Wenn Tradition verpflichtet

Baden-Württemberg ist traditionell ein starker und wichtiger Wirtschaftsstandort. In den hier ansässigen Industrieunternehmen wird erfunden, entwickelt und produziert. Eines dieser Unternehmen ist die Mayer Gruppe (Stahl- & Apparatebau, Pflanz- & Systemtechnik, Laser- & Blechtechnik, Hard- & Software, Grundstücksverwaltung), dessen Gründungsgeschichte mehr als 100 Jahre zurückreicht. Seit 1993 führt Sohn Klaus Mayer den Familienbetrieb in Heidenheim, der dank seines Engagements fit für eine klimaneutrale Energiezukunft ist. 

Dieses Projekt wurde vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg für seinen besonderen Beitrag zur Energiewende ausgezeichnet. Eine Übersicht aller geehrten Projekte finden Sie hier.

Umweltminister Franz Untersteller überreicht Frau Uno Mayer die Ehrung „Hier wird die Energiewende gelebt“.
Umweltminister Franz Untersteller überreicht Frau Uno Mayer die Ehrung „Hier wird die Energiewende gelebt“.

Die Zukunft liegt in den Erneuerbaren 

Mayer Stahl- und Apparatebau fertigt maßgeschneiderte Großbauteile und Stahlkonstruktionen, die individuell auf die Herausforderungen der Kunden zugeschnitten werden. Diese anspruchsvollen Projekte fordern neben Top-Leistung, Kreativität und Teamgeist v. a. sehr viel Strom. Klaus Mayer liegt viel daran, den Betrieb erfolgreich in die Zukunft zu führen. Schließlich kennt er seinen Betrieb schon von Kindesbeinen an. In erneuerbare Energien zu investieren war für ihn in jeder Hinsicht naheliegend. Sein Erfolg gibt ihm Recht: Die Kombination aus Solarenergie und einer Batteriespeicherlösung versorgt die Produktion in Heidenheim mit bis zu 60 % selbst erzeugtem Strom. 

Die Beteiligten sitzen am Tisch
Beim Termin vor Ort wird Minister Untersteller das Energiekonzept im Detail vorgestellt.

Nicht nur Dächer, auch Fassaden bieten Potenzial 

Gemeinsam mit dem Ingenieurbüro WALTER Konzept aus Ellwangen und in Zusammenarbeit mit der Firma VARTA Storage, einem Hersteller von Energiezwischenspeicherlösungen, wurde das Energiekonzept für die Solaranlage realisiert: Die Solarzellen finden nicht nur auf dem gesamten Gebäudedach Platz, sondern auch integriert an Teilen der Gebäudefassade. Die gesamte Anlage verfügt über eine Leistung von 90,3 Kilowatt Peak (kWp) und kann bis zu 810 Kilowattstunden (kWh)/kWp Energie erzeugen. Der erwartete Verbrauch an elektrischer Energie liegt bei etwa 460.000 kWh
Ergänzt wird das Solarkonzept seit 2018 um einen Lithiumionenspeicher, der vom Land im Rahmen des Programms netzdienliche PV-Speicher gefördert wurde. Dieser verfügt über eine Lade- und Entladeleistung von 36 kW sowie eine nutzbare Kapazität von 75 kWh. Investiert hat die Firma Mayer 206.000 €. Herr Mayer rechnet in den nächsten 25 Jahren durch den Betrieb der Anlage mit Einnahmen von rund 396.000 €. Der prognostizierte Betrag setzt sich aus den gesparten Kosten für Strom aus dem Netz und der erzielten Einspeisevergütung zusammen.

Die Produktionsstätte von oben
Solarmodule befinden sich auf dem Dach der Produktionsstätte …
Solarmodule an der Gebäudefassade
… und integriert in die Gebäudefassade.
Die Beteiligten schauen die Solarmodule an der Gebäudefassade an
Die Module fügen sich elegant in das architektonische Gesamtbild.

Starker Mix: erneuerbare Energien und Energieeffizienzmaßnahmen

Auch auf Energieeffizienzmaßnahmen hält Mayer große Stücke: Die Leuchtmittel in der Fertigung wurden bereits vollständig durch LED-Leuchten ersetzt und die sog. „High-Volume-Low-Speed-Hallendeckenventilatoren“ (HVLS) reduzieren den Aufwand der Heizenergie. Abgerundet wird das Konzept für mehr Klimaneutralität zukünftig durch eine E-Tankstelle und einen E-Firmenwagen. So spart Mayer sowohl vor Ort als auch unterwegs große Mengen an klimaschädlichem CO₂. In Heidenheim werden demnach alle Potenziale voll ausgeschöpft. Weiter geht es aber trotzdem: Am Produktionsstandort Kisfalud in Ungarn ist die Umsetzung einer großen Solaranlage in Planung.

Effizienz neu definieren 

Industrieunternehmen mit einem hohen Energieverbrauch wie Mayer Stahl- und Apparatebau gibt es in Baden-Württemberg zahlreich. Sie prägen das Bild der Industrie, tragen mit ihrem unternehmerischen Handeln zu Gunsten erneuerbarer Energien und energieeffizienter Maßnahmen aber auch entscheidend zum Gelingen der Energiewende bei. Wenn man sich also heute die Frage stellt, ob die Wirtschaft hierzulande auch in Zukunft so stark sein wird, stellt sich zwingend die nächste Frage nach effizienten und regenerativen Energiesystemen. Das mit der Auszeichnung „Hier wird die Energiewende gelebt“ geehrte Familienunternehmen beweist, dass erneuerbare Energien Hand in Hand mit dem Erfolg des Betriebs einhergehen können. 

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