Mit Hochdruck sparen: Druckluft effizient erzeugen

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Man sieht sie nicht, man hört sie nicht, man riecht sie nicht – und doch ist Druckluft in Handwerk, Gewerbe und Industrie nicht wegzudenken. Und ihre Erzeugung kostet viel Energie und Geld. Was viele aber nicht wissen: Kaum eine Querschnittstechnologie lässt sich so einfach optimieren, schon kleine Maßnahmen können viel bewirken.

Infografik Druckluftzentrale
Druckluftzentrale

Sie treibt Maschinen und Werkzeuge an, befördert Schüttgut und Flüssigkeiten durch Rohre oder bläst Glas- und Kunststoffflaschen: Druckluft ist in Handwerks- und Industriebetrieben allgegenwärtig. Doch der Einsatz von Druckluftanwendungen braucht viel Energie – und ist teuer. Die gute Nachricht: 15 bis 20 % davon könnten ganz einfach eingespart werden. Wie das geht, wer Ihnen dabei helfen kann und welche Fördermöglichkeiten bestehen, erfahren Sie hier.

Kleine Löcher, große Verluste: Leckagen finden und beseitigen

Wer bei der Drucklufterzeugung sparen will, sollte regelmäßig auf die Suche nach Leckagen gehen. Sie entstehen z. B. durch undichte Schraubverbindungen, alte Leitungen oder falsch installierte Filter – und sie verursachen in Deutschland bis zu 30 % des Druckluftverbrauchs. Dass Luft entweicht, bleibt oft unbemerkt, weil die Maschinen das leise Zischeln übertönen. Die Folgen der kleinen Löcher sind gravierend: Ein nur wenige Millimeter großes Leck im Druckluftsystem kann mehrere Hundert Euro im Jahr kosten; für einzelne Unternehmen verpuffen so jedes Jahr mehrere Zehntausend Euro. 

Leckagen verursachen in Deutschland bis zu 30 % des Druckluftverbrauchs.

Doch wie findet und beseitigt man Leckagen? Achten Sie, wenn alle Maschinen stillstehen, auf verdächtige Pfeifgeräusche. Aber auch, wenn sich die Laufzeiten der Kompressoren erhöhen, sollten Sie Maßnahmen ergreifen. Ein sogenanntes „Leck-Such-Spray“ kann helfen, die undichte Stelle zu orten. Alternativ können auch Druckluftüberwachungsanlagen zum Einsatz kommen. Wer sich lieber auf Experten verlässt, kann sich an die Regionalen Kompetenzstellen Netzwerk Energieeffizienz (KEFF) wenden: Beim kostenlosen KEFF-Check kommt ein Ultraschallgerät zum Einsatz, das Leckagen schnell und zielsicher aufspürt.

Noch mehr „Sparschrauben“

Druckluftanlagen müssen nicht nur dicht sein, sie sollen auch möglichst kosten- und energiesparend arbeiten. Wer noch mehr Energie und Kosten sparen will, sollte z. B. Kompressoren immer auf das Druckniveau einstellen, das tatsächlich im Betrieb notwendig ist. Außerdem sollten Leerlaufzeiten vermieden werden und die Feuchte in der Druckluft begrenzt sein. Durch Maßnahmen in der Organisation kann es durchaus gelingen, Einsparpotenziale zu nutzen. Unternehmen müssten hier ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für das Thema sensibilisieren sowie einen Druckluftbeauftragten bzw. eine Druckluftbeauftragte benennen. Noch mehr Tipps zur optimalen Luftdruckerzeugung, -aufbereitung und -verteilung gibt der KEFF-Leitfaden Druckluft;  Expertenrat erhalten Sie bei einem kostenlosen KEFF-Check.

BAFA bezuschusst Investitionen

Sie planen, eine Druckluftanlage zu ersetzen oder neu anzuschaffen? Sie wollen in Nachrüstungen wie Kompressoren mit Drehzahlregelung oder Dämmungen von Anlagen investieren? Unternehmen, die in effiziente Druckluft investieren, können sich fördern lassen: Das BAFA übernimmt über das Programm „Bundesförderung für Energieeffizienz in der Wirtschaft“ (Modul 1: Querschnittstechnologien) bis zu 40 % der förderfähigen Kosten. 

Mit gutem Beispiel voran

Sie wollen sich inspirieren lassen? Dann finden Sie im Druckluft-Leitfaden der KEFF einige Best-Practices, die Lust auf’s Energiesparen machen.

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