EEG 2021: Mehr Vorteile für Mieterstrom

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Anfang 2021 ist die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) in Kraft getreten. Hauptziel des „EEG 2021“ bleibt der Klimaschutz. Dafür sollen auch die erneuerbaren Energien weiter ausgebaut werden, bis 2030 soll ihr Anteil am Strom-Mix bei 65 % liegen. Vor allem Photovoltaik soll ausgebaut werden. Dabei soll auch Mieterstrom eine Rolle spielen.

Mieterstrom ist Strom, der in unmittelbarer Nähe zum Verbrauchsort produziert wird und nicht durch öffentliche Netze fließt. Schon seit 2017 gibt es mit dem Mieterstromzuschlag eine spezielle Förderung für Strom aus Photovoltaikanlagen, den die Betreibenden der Anlage an Mieterinnen und Mieter bzw. Eigentümerinnen oder Eigentümer im selben Gebäude abgeben. Aufgrund vielzähliger Detailregelungen wurde der Mieterstromzuschlag bislang allerdings nur selten genutzt. Mit dem EEG 2021 will der Gesetzgeber Mieterstrom für Vermieterinnen und Vermieter attraktiver machen. Die Änderungen betreffen das sogenannte Lieferkettenmodell, die Öffnung für Quartierslösungen und Neuerungen in Bezug auf die Zusammenfassung der Anlagen. Außerdem wurde die Förderung erhöht.

Innenstadt mit Mehrfamilienhäuser und Dächern mit PV-Anlagen
Mit dem Lieferkettenmodell müssen Vermieter, die Solaranlagen betreiben, nicht mehr selbst zum Energiedienstleister werden.

Lieferkettenmodell

Beim Lieferkettenmodell fallen Anlagenbetreiber und Energieversorger auseinander. So können Hauseigentümer jetzt eine Photovoltaikanlage auf dem eigenen Dach betreiben, ohne sich mit Lieferantenpflichten eines Energieversorgungsunternehmens zu belasten. Sie bieten den selbst produzierten Solarstrom einem Energiedienstleister oder Stromlieferanten an, der diesen Strom dann vor Ort an die Mieter und Mieterinnen verkaufen kann. Bisher stand eine solche Lösung der Auszahlung des Mieterstromzuschlags entgegen, jetzt ist sie mit Zuschlag möglich.

Quartiersbegriff

Bisher musste Mieterstrom im „unmittelbaren räumlichen Zusammenhang“ – d. h. im Gebäude selbst oder im Nachbargebäude – verbraucht werden, das ändert die Novelle. Jetzt kann der Strom auch im selben Quartier verbraucht werden, solange er auf dem Weg zum Verbrauchsort nicht durch ein Netz geleitet werden muss. Allerdings ist der Begriff des Quartiers gesetzlich nicht festgelegt und Anlagen dürfen weiterhin nur auf, an oder in einem Wohngebäude installiert sein. Expertinnen und Experten fordern hier schon eine Nachbesserung für mehr Flexibilität, z. B. sei es sinnvoll, eine Solaranlage auch auf einem Parkhaus im Quartier zur Erzeugung von Mieterstrom zu erlauben.

Anlagenzusammenfassung

Bisher wurden Solaranlagen an benachbarten Anschlusspunkten zusammengefasst, was sich negativ auf die Vergütung auswirkte: Große Anlagen haben einen geringeren Anspruch pro kWh (Kilowattstunde) als kleine. Das bleibt auch mit der Novelle so, allerdings zählen jetzt Anlagen einzeln, wenn sie an unterschiedlichen Anschlusspunkten betrieben werden (§ 24 Abs. 1).

Vergütung

Auch die Höhe des Mieterstromzuschlags, die im neuen § 48a EEG 2021 geregelt wird, wurde angehoben: Der Wert für den Mieterstromzuschlag ist nach der installierten Leistung gestaffelt. Bis einschließlich 10 kW (Kilowatt) beträgt er 3,79 ct/kWh, bis 40 kW 3,52 ct/kWh und bis 750 kW 2,37 ct/kWh.

Jahres-Primärenergiebedarf

Einen weiteren Vorteil für Mieterstrom brachte bereits das Gebäudeenergiegesetz, das im November 2020 in Kraft trat: In neu errichteten Gebäuden kann Mieterstrom aus Photovoltaik auch bei der Ermittlung des Jahres-Primärenergiebedarfs angerechnet werden. Voraussetzung ist, dass der Strom im unmittelbaren räumlichen Zusammenhang zum Gebäude erzeugt wird und hauptsächlich dort unmittelbar nach Erzeugung oder nach vorübergehender Speicherung selbst genutzt wird. Nur überschüssiger Strom darf in das öffentliche Netz eingespeist werden. Ohne Batteriespeicher beträgt der Abzug bis zu 30 %, mit Batteriespeicher sogar bis zu 40 %.

Bisher musste Mieterstrom im „unmittelbaren räumlichen Zusammenhang“ verbraucht werden, jetzt ist auch der Verbrauch im selben Quartier möglich.

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