Photovoltaikanlage auf Dach eines Firmengebäudes
Stimmt das?

Eine verlässliche Energieversorgung mit Solarstrom ist nicht möglich.

Copyright: Umweltministerium / Björn Hänssler

Die Photovoltaik wandelt mit Hilfe von Solarzellen Sonnenenergie in elektrische Energie. Demzufolge liefert eine Photovoltaikanlage nur zu bestimmten Tages- und Jahreszeiten Strom. Warum dennoch eine verlässliche Energieversorgung  auf Basis von Solarstrom möglich ist, zeigt unser Faktencheck. 

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Die Stärke von Photovoltaikanlagen liegt im Verbund mit anderen Techniken

Die Photovoltaik steht in der Kritik kein zuverlässiger Energielieferant zu sein. Doch ihre Stärke entwickelt sie im Verbund mit anderen Techniken. Während der hellen und warmen Jahreszeit sind Photovoltaikanlagen gut ausgelastet. In der kalten Jahreszeit fallen die Erträge jedoch deutlich geringer aus. Hier springen dann aber andere Energielieferanten ein, wie zum Beispiel Wasserkraftwerke, Windkraft oder Biomasseanlagen, Energiespeicher sowie vorübergehend auch Gaskraftwerke.   

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Stromspeicher gleichen kurzfristige Engpässe von Photovoltaikanlagen aus

Reine Batteriestromspeicher, die beispielsweise auf Lithium-Ionen-Batterien basieren, können die Energie aus Photovoltaikanalgen kurzweilig zwischenspeichern und somit die Anlage sinnvoll ergänzen. Sie helfen beispielweise den täglichen Strombedarf von Haushalten auch in den Abendstunden zu decken, wenn die Sonne nicht mehr scheint. Hierdurch kann der Eigenverbrauch in Gebäuden erhöht werden. 

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Andere Energiespeicher für längerfristiges Speichern

Neben den Stromspeichern für Gebäude gibt es eine Vielzahl weiterer Energiespeicher. Zu diesen zählen mechanische, chemische, elektrochemische, elektrische oder thermische Energiespeicher. Die Speicheranlagen unterscheiden sich vom Aufbau, Wirkungsweise, Energieform und Betrieb. Sie können große Mengen Solarenergie und andere Erneuerbare Energien speichern und so die Energieversorgung auf eine verlässlichere Basis stellen. Allerdings braucht es hierfür ein Zusammenspiel aus einer Vielzahl von Energieerzeugungsanlagen, flexiblen Verbrauchern sowie moderne Informations- und Kommunikationstechnologien – sprich digitale Werkzeuge. Sie können auf intelligente Weise Energieerzeugung, -speicherung und -verbrauch kombinieren. 

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Power-to-X Verfahren

Weitere längere Speichermöglichkeiten bieten auch die sogenannten Power-to-X Verfahren. Mit ihnen wird elektrische Energie in Gase (Power-to-Gas) oder Flüssigkeiten (Power-to-Liquids) gewandelt. Daraus können flüssige oder gasförmige Energieträger, wie Wasserstoff oder Methan gewonnen werden. Ihr Vorteil: Sie können zu einem späteren Zeitpunkt wieder als Kraftstoffe genutzt werden. Zudem lassen sie sich über weite Strecken in Tanks oder anderen Behältern transportieren und so ortsunabhängig nutzen. Dazu werden allerdings große Mengen erneuerbaren Stroms benötigt, der vorrangig durch Photovoltaikanlagen im großen Maßstab, Windkraftanlagen oder durch einen Mix aus allen Technologien bereitgestellt werden kann.

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Smart Grids ermöglichen eine bedarfsgerechte Verteilung des Solarstroms im Netz

Das sogenannte intelligente Stromnetz Smart Grid hilft die Schwankungen der Solarstromerzeugung auszugleichen. Im intelligenten Stromnetz sind verschiedene Energieerzeuger, -verbraucher und -speicher sowie Netze auf digitalem Weg kommunikativ miteinander verbunden. Kernelement eines smarten Stromnetzes ist eine selbstlernende Software. Über sie kann das Stromnetz automatisiert gesteuert werden. Das Smart Grid soll in Zukunft eine sichere und verlässliche Energieversorgung auf Basis erneuerbarer Energien ermöglichen. Hier steht, wie es funktioniert. 

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Je besser und preiswerter die Solartechnik wird, desto mehr trägt sie zu einer verlässlichen Energieversorgung bei

Die Photovoltaik hat in den letzten Jahren deutliche Fortschritte gemacht. Verbesserungen wurden sowohl bei den Anlagenkomponenten wie auch bei den Herstellungsverfahren erzielt. Leistung und Lebensdauer haben sich erhöht. Neue Materialien und optimierte Herstellungsprozesse der einzelnen Komponenten sorgten für günstige Herstellungspreise. Neue Solarmodul-Typen versprechen weitere Leistungsverbesserungen und Einsatzmöglichkeiten für die Photovoltaik.  

Kurzum

Icon mit einem Blatt Papier mit Text und ein Kontrollhaken

Eine verlässliche 24-Stunden, sieben Tage die Woche, zwölf Monate im Jahr Energieversorgung mit einer Photovoltaikanlage ist heute nicht möglich. Doch technische Durchbrüche, neue Herstellungsverfahren, die Weiterentwicklung von Speicherverfahren sowie die Nutzung digitaler Instrumente geben Aussicht, dass eine verlässliche Energieversorgung in der Kombination mit anderen erneuerbaren Energien – mit Schwerpunkt der Nutzung von Sonnenenergie und Windkraft – in Zukunft möglich sein wird. 

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