Steckdosenleiste
Stimmt das?

Netzentgelte machen unseren Strom immer teurer.

Copyright: Shutterstock/Bjoern Wylezich

Immer tiefer müssten Verbraucher in die Tasche greifen, vor allem aufgrund der steigenden Netznutzungsentgelte. Was ist dran an dieser Meinung? Und was genau bezahlen Stromkunden mit dem „Netzentgelt“ eigentlich?

!

Der Strompreis ist seit 2013 relativ stabil.

Eine Kilowattstunde Strom kostet in Deutschland derzeit rund 30 ct. Im Zeitraum zwischen 2013 und 2017 sind die Strompreise für Haushalte annähernd konstant geblieben. Seit 2010 sind sie allerdings um rund 23 % angestiegen. 
Dies ist zum einen auf den Anstieg der EEG-Umlage zurückzuführen. Zum anderen fallen inzwischen aber auch die sogenannten Netzentgelte ins Gewicht. Sie machen gut ein Viertel des Strompreises für Privathaushalte aus. Preisdämpfend wirken hingegen die geringen Kosten von Erzeugung, Vertrieb und Marge.

!

Netzentgelte sichern die Stromversorgung.

Netzentgelte sind Gebühren, die Netzbetreiber Energieanbietern für die Durchleitung des Stroms in Rechnung stellen. Und warum steigen diese Kosten? Während der Ausbau der erneuerbaren Energien schnell voranschreitet, kommt der Netzausbau mit diesem Tempo nicht ganz mit: Nicht vor 2025 werden die notwendigen Trassen Windstrom aus dem Norden in den Süden leiten. Daher nehmen die Eingriffe der Netzbetreiber, mit denen sie einen sicheren Netzbetrieb gewährleisten, zu – und verursachen zusätzliche Kosten. Doch nur vorübergehend, bis die Stromnetze an die neuen Herausforderungen angepasst sind. 

!

Netzentgelte dienen der Energiewende.

Stabile Netze sind nicht nur in Zeiten erneuerbarer Energien die Grundvoraussetzung für die sichere Versorgung mit Strom. Zu den dringenden Herausforderungen gehört – neben dem sicheren Betrieb der Netze – aktuell der Ausbau der sogenannten Übertragungsnetze sowie der örtlichen Verteilnetze. Auch hierfür sind die Netzbetreiber verantwortlich – und auch dazu dienen die Netzentgelte. Gründe für den Anstieg sind also u. a. die Investitionen in den Netzausbau und für die Versorgungssicherheit.

!

Netzentgelte werden künftig gerechter verteilt.

Mitte 2017 hat die Bundesregierung das Gesetz zur Modernisierung der Netzentgeltstruktur (NEMoG) beschlossen. Dieses sieht vor, die Netzentgelte für die Nutzung der Übertragungsnetze schrittweise zu vereinheitlichen. Ab dem 1. Januar 2023 sind die Entgelte für die Übertragungsnetze überall in Deutschland dann gleich hoch. Damit wird die Verteilung der Kosten noch gerechter.

!

Ein Preisvergleich lohnt sich auch weiterhin.

Wichtig ist: Stromtarif ist auch in Zukunft nicht gleich Stromtarif. Es gibt weiterhin Unterschiede in der Preisgestaltung der einzelnen Anbieter. Und: Strompreiserhöhungen sollten selbst angesichts vorübergehend steigender Netzentgelte verhältnismäßig sein. Kunden profitieren auch zukünftig vom Wettbewerb – und sollten sich auf jeden Fall nach Alternativen umschauen. Sie können den Anbieter dann im Fall des Falles wechseln.

Fazit

Icon mit einem Blatt Papier mit Text und ein Kontrollhaken

Netzentgelte machen rund ein Viertel unseres Strompreises aus – aber sie sind kein Selbstzweck. Denn dank ihnen können die Netzbetreiber unsere Stromversorgung sichern und die Energiewende mitgestalten.

Artikel teilen: tweet teilen