Sicherungskasten im Dunkeln der von Taschenlampe erhellt wird
Stimmt das?

Wegen der Energiewende droht uns ein Blackout.

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Weil der Strom aus Sonne und Wind Schwankungen unterliegt, werden in Deutschland irgendwann die Lichter ausgehen. Solch ein „Blackout-Szenario“ fürchtet so mancher Skeptiker. Wahr ist: Unsere Stromversorgung bleibt sicher – wenn wir das Energiesystem entsprechend modernisieren.

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Deutschland ist – und bleibt – versorgungssicher.

Die Sicherheit der Stromversorgung in Deutschland hält im europäischen Vergleich ein sehr hohes Niveau. Der SAIDI-Wert (von „System Average Interruption Duration Index“), der die Versorgungsunterbrechung je angeschlossenem Letztverbraucher innerhalb eines Kalenderjahres misst, betrug 2018 nur knapp 14 Min. (im Vergleich zu Unterbrechungen von 20 Min. in den Niederlanden, knapp 40 Min. in Großbritannien und etwa 50 Min. in Frankreich, bezogen auf 2016). Eine Verschlechterung der Werte in Deutschland infolge des Erneuerbaren-Ausbaus oder des Kernenergieausstiegs ist nicht zu beobachten. 

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Für Versorgungsschwankungen gibt es ein Sicherheitsnetz. 

Mit dem Strommarktgesetz hat die Bundesregierung dafür gesorgt, dass mehrere Reservemechanismen unsere Stromversorgung absichern, z. B. die Kapazitätsreserve oder die Netzreserve. Das Prinzip: Bestandskraftwerke, die eigentlich nicht mehr am Markt sind, oder große Stromverbraucher springen immer dann ein, wenn Versorgungsengpässe auftreten.

Tatsächlich kam es in der jüngeren Vergangenheit vermehrt zu Engpässen im Stromnetz, die durch die Netzbetreiber ausgeglichen werden mussten. Das steigert zwar die Kosten für das „Engpassmanagement“ – eine sichere Versorgung war aber zu jedem Zeitpunkt gewährleistet.

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Neue, intelligente Stromnetze sind bereits geplant.

Damit der Strom da ankommt, wo er benötigt wird, müssen wir in neue Stromnetze investieren. Denn durch die Umstellung auf erneuerbare Energien verändern sich auch die Anforderungen an den Transport. Strom aus Windkraft muss z. B. vom Norden in den Süden geleitet werden.

Außerdem müssen die Stromnetze intelligent werden: „Smart Grids“ sollen Lastschwankungen im Netz erkennen und schnell und zielgerichtet ausgleichen. Und auch flexible Verbraucher können dazu beitragen, dass zu jedem Zeitpunkt ein sicherer Netzbetrieb gewährleistet wird.

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Dezentrale Erzeuger können in Zukunft Engpässe auffangen.

Eine weitere Herausforderung der Energiewende: Fossile Großkraftwerke werden nach und nach durch viele kleine Anlagen mit erneuerbaren Energien ergänzt oder ersetzt. Heute müssen die Energieversorger noch Reservekraftwerke bereithalten, um Nachfragespitzen auszugleichen und die Systemsicherheit zu gewährleisten. In Zukunft sollen die neuen, dezentralen Anlagen intelligent vernetzt werden und so auch zur Versorgungssicherheit  beitragen. Das erprobt z. B. in Baden-Württemberg die Initiative „DA/RE“

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Speicher und flexible Gaskraftwerke werden die Stromschwankungen ausgleichen.

Beim weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien werden langfristig auch Speicher eine wichtige Rolle spielen. Dabei werden unterschiedliche Technologien wie Pumpspeicherkraftwerke, Batteriespeicher oder Power-to-X-Anlagen zum Einsatz kommen, die Strom sowohl kurzfristig als auch über mehrere Wochen und Monate speichern können.

Zusätzlich werden wir hocheffiziente und schnell reaktionsfähige Gaskraftwerke benötigen, die die Versorgungssicherheit auch bei Flaute und wolkenverhangenem Himmel gewährleisten. 

Fazit

Icon mit einem Blatt Papier mit Text und ein Kontrollhaken

Der Ausbau der erneuerbaren Energien wird die Stromversorgung des Landes grundlegend verändern. Richtig ist: All dies kostet Kraft. Aber es gefährdet nicht unsere Stromversorgung. Vielmehr kommt es jetzt darauf an, das ganze System mitzudenken, um den Strom aus Wind und Sonne auch künftig effizient und kostengünstig zu transportieren, kurz- und langfristig zu speichern – und Engpässe im Fall der Fälle auszugleichen. 

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