Woher unsere Energie kommt

Aus diesen Quellen stammen Strom und Wärme in Baden-Württemberg.

Die Herausforderung: vom Großen ins Kleine

Im Jahr 2040 soll die Energie in Baden-Württemberg nahezu vollständig aus erneuerbaren Energien bereitgestellt werden. Bis dahin ist noch viel zu tun. Aber woher kommt unsere Energie eigentlich heute?

Das große Ganze: der Primärenergieverbrauch

Der Begriff Primärenergieverbrauch bezeichnet den Energiegehalt aller im Inland eingesetzten Energieträger – also den gesamten Energieverbrauch in der Strom- und Wärmeerzeugung für Haushalte, Industrie, Verkehr sowie Gewerbe, Handel und Dienstleistungen.

Insgesamt ist der Primärenergieverbrauch in Baden-Württemberg aufgrund der coronabedingt rückläufigen Wirtschaftsleistung im Jahr 2020 und dem Rückgang der Stromerzeugung aus Kernenergie um knapp 11 Prozent zurückgegangen. Insgesamt wurden 1.259 Petajoule Primärenergie im Land verbraucht. Die erneuerbaren Energieträger erreichten dabei mit einem Anteil von 16,1 Prozent einen neuen Höchststand. Der Beitrag der Kernenergie sank deutlich um 47,1 Prozent und lag bei 121 Petajoule. 

Neben den angeführten verbrauchsbedingten Rückgängen schlägt sich die Stilllegung des Kernkraftwerks Philippsburg 2 (KKP 2) Ende 2019 stark im Primärenergieverbrauch 2020 nieder. Der Beitrag fossiler Brennstoffe sank um 9,4 Prozent. Der große Rückgang der Stromerzeugung führte wiederum zu einer starken Erhöhung des Stromimportsaldos. Die Stromimporte (netto) stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 74,7 Prozent. 

Infografik zum Primärenergieverbrauch
Die Anteile der erneuerbaren Energiequellen am Primärenergiebedarf in Baden-Württemberg im Jahr 2020.

Das wurde produziert: die Bruttostromerzeugung

Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien ist nach vorläufigen Schätzungen im Jahr 2020 um 0,4 Terrawattstunden gewachsen. Insgesamt leisteten die erneuerbaren Energien in Baden-Württemberg im Jahr 2020 einen Beitrag von rund 18,2 Terrawattstunden beziehungsweise 41 Prozent zur Bruttostromerzeugung. Die wichtigste regenerative Quelle in der Stromerzeugung war wie in den Vorjahren die Photovoltaik (14,3 Prozent der Stromerzeugung). Deutlich gestiegen ist der Zubau von Photovoltaikanlagen mit 616 Megawatt gegenüber 427 Megawatt im Jahr 2019.

Wie in den Vorjahren liegt die Wasserkraft auf Platz zwei (9,4 Prozent), gefolgt von der Windenergie (6,6 Prozent). Der Zubau von Windenergieanlagen lag bisher auf niedrigem Niveau, ist jedoch gegenüber 2019 gestiegen: 2020 wurden 10 Neuanlagen mit insgesamt 32 Megawatt errichtet. Im ersten Halbjahr 2021 lag der Umfang an Neuinstallationen mit 22 Anlagen bereits über dem Niveau des gesamten Vorjahres. Außerdem ist ein weiterer moderater Anbau von Windkraftanlagen absehbar, da bis zur Jahresmitte 2021 73 Neuanlagen über eine bundesemissionsschutzrechtliche Genehmigung verfügten.

Infografik zur Bruttostromerzeugung
Entwicklung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien in Baden-Württemberg.

Das wurde genutzt: der Endenergieverbrauch 

Der Endenergieverbrauch im Jahr 2020 ist um 5,9  Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken. Das beträgt 277 Terrawattstunden.  Der Beitrag der erneuerbaren Energien ist um rund 3 Prozent gestiegen und beläuft sich nunmehr auf 16,3 Prozent am Endenergieverbrauch. Beim Endenergieverbrauch zur Wärmebereitstellung liegt der Anteil der erneuerbaren Energien bei 15,9 Prozent. Der Anteil der erneuerbaren Energien im Verkehrssektor liegt bei 6,5 Prozent.


Noch mal in Kürze

Der Anteil der Erneuerbaren wächst – sowohl in der Strom- als auch in der Wärmebereitstellung. Trotzdem sind noch große Schritte nötig, um eine vollständige Umstellung auf regenerative Quellen in die Tat umzusetzen.

 

Quelle: 
Erneuerbare Energien in Baden-Württemberg 2020

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