Ehrenamtlich für die Energiewende

Die Kirchen in Baden-Württemberg verfügen über etwa 15.000 Gebäude und damit über enormes Potenzial, um die Energiewende erfolgreich mitzugestalten – zum Beispiel mit Solarzellen auf den Dächern ihrer Einrichtungen und mit gezielten energieeffizienten Maßnahmen im Gebäudebereich. Für die Umsetzung dieser Idee sucht Jobst Kraus, Vorsitzender der Ökumenischen Energiegenossenschaft Baden-Württemberg, weitere engagierte Mitglieder.

Wanderausstellung Logo

In der Wanderausstellung „Baden-Württemberg – Energiewende erleben“ stellen wir Menschen und Projekte vor, die die Energiewende im Land aktiv mitgestalten. Entdecken Sie hier inspirierende Geschichten sowie Informationen, wie auch Sie Teil der Energiewende werden können.

Bildcollage mit PV-Anlagen der Kirche

Kirchengemeinden zu mehr Energieeffizienz bewegen

Alles begann 2009, als auf dem Dach eines Neubaus der Evangelischen Akademie in Bad Boll eine Photovoltaikanlage installiert wurde. Um diesem Beispiel am besten gleich mehrere folgen zu lassen, kam es zur Gründung der Ökumenischen Energiegenossenschaft (ÖEG). Seitdem ist es dort das erklärte Ziel, möglichst vielen Einzelpersonen oder ganzen Kirchengemeinden eine Beteiligung an erneuerbarer Energieerzeugung zu ermöglichen.

Jobst Kraus und einige Mitstreiter hatten auf dem Weg zur Gründung die Zielsetzung, eine Satzung, einen Geschäftsplan und ein Kommunikationskonzept erarbeitet – ehrenamtlich, versteht sich. Bis heute sind sie unentgeltlich im Einsatz. Die Gemeinden zeigen sich in aller Regel aufgeschlossen, doch recht irdische Probleme wie etwa der Denkmalschutz oder zu niedrige Energiepreise erschweren bisweilen noch die Arbeit. Ein wichtiger Meilenstein: 2018 konnte ein engagierter junger Kollege als fester Mitarbeiter eingestellt werden. 

„Der Klimawandel galoppiert. Auch die Kirchen stehen in der Verantwortung.“

Aktuell verfügt die Genossenschaft bereits über ein Anlagevermögen von über einer Mio. Euro. Die Rendite liegt bei rund zwei Przent. 17 PV-Anlagen produzieren pro Jahr ca. 430.000 bis 500.000 kWh Solarstrom, bis Ende 2019 werden es wohl 20 Anlagen sein. Zudem ist die ÖEG an einem Windpark im Schwarzwald beteiligt, der 2021 ans Netz gehen soll. Geplant sind auch Investitionen in ein Blockheizkraftwerk und in Wärmenetze. Eine weitere visionäre Idee: eine Strombank, die Bedürftigen aus Alt-Anlagen solare Kilowattstunden zur Verfügung stellt.

Das Projekt in Zahlen

Projekt in Zahlen 4
Projekt in Zahlen 3
Projekt in Zahlen 2
Projekt in Zahlen 1
Portrait Jobst Kraus

Vier Fragen an Jobst Kraus

Ihre größte Motivation?
Einen enkeltauglichen Klimaschutz umzusetzen und die Energiewende voranzubringen. 

Die größte Herausforderung?
Trotz schwieriger Rahmenbedingungen Willen und Mut zu innovativem Handeln aufrechtzuerhalten. 

Ihr persönliches Highlight?
Neben vielen Anlagen auch eine Arbeitsstelle geschaffen zu haben.

Ihr Geheimtipp?
Sich die Vision einer ressourcenleichten, naturverträglichen und selbstbegrenzten Gesellschaft zu eigen zu machen.

Artikel teilen: tweet teilen